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Entdeckungen im
Land des Glaubens Gottesdienstreihe in der Öschelbronner Kirche fand reges Interesse |
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"Entdeckungen im Land des Glaubens", hieß die Gottesdienstreihe, die sich über fünf aufeinander folgende Sonntage erstreckte und am 6. November ihren Abschluss in der Evang. Sankt-Georgs-Kirche Öschebronn fand. Ursprünglich ist der Glaubenskurs „Spur8“ für acht Seminarabende konzipiert, doch die Öschelbronner Kirchengemeinde wagte ein Experiment: eine Predigtreihe im Rahmen von fünf „normalen“ Sonntagsgottesdiensten. Und in der Tat - die Themengottesdienste fanden reges Interesse, sowohl bei regelmäßigen Kirchenbesuchern als auch bei Menschen, die sonst eher seltener einen Gottesdienst besuchen. Im Mittelpunkt stand jeweils ein ca. halbstündiger Vortrag von Pfarrer Michael Schaan oder Diakon Paul Rehberg mit vielen Bildern und Illustrationen auf Großleinwand.
Die Themen im Schnelldurchlauf Am ersten Sonntag wurden die verschiedenen Facetten der Frage entfaltet: „Welchen Sinn hat mein Leben?“ (Wozu bin ich da? Woher komme ich? Wohin gehe ich?). Es wurden verschiedene Möglichkeiten illustriert, mit der Sinnfrage umzugehen: man verzichtet auf eine Antwort, man identifiziert den Lebenssinn mit einer Lebensstation oder verschiebt die Sinnfrage auf später, oder man füllt die Sinn-Frustration durch Konsum bzw. Erhöhung des Lebenstempos. Dann wurde ein „Fährte gelegt: „Ich finde mich, indem ich mich an etwas oder jemanden verliere.“ Sinnerfülltes Leben ist die Folge einer Hingabe. Wir Menschen sind auf Hingabe angelegt. Unser Herz will sich verlieren. Woran es sich aber verliert, das wird unser „Gott“. Am zweiten Sonntag wurden zunächst intellektuelle Einwände gegen den Glauben behandelt: Ist Gott beweisbar? Kann es ihn überhaupt geben angesichts leidvoller Erfahrungen? Ist Gott vielleicht nur Wunschtraum und Projektion? Dann wurden existentielle Glaubensbarrieren angesprochen: innere Verletzungen. Sie erfüllen unser Innenleben mit Bitterkeit, Groll und Misstrauen, blockieren die Hingabefähigkeit unseres Herzens und erschweren damit eine Vertrauensbeziehung zu Gott. Der zweite Teil zeigte seelsorgerlich praktische Schritte zum Umgang mit inneren Verletzungen auf, bot Hilfen zu ihrer Bearbeitung an und ließ Gott als den kenntlich werden, der heilen will, was in uns zerbrochen ist. Im dritten Teil ging es um eine "Ent-Moralisierung" des Sündenbegriffs. Sünde ist nicht in erster Linie eine unmoralische Handlung. Vielmehr meint Sünde eine Beziehungsstörung zwischen Gott und Mensch, die eine Zielverfehlung unseres Lebens zur Folge hat und in einem tiefen Misstrauen Gott gegenüber wurzelt. Anhand einer biblischen Beispielgeschichte konnte gezeigt werden, wie dieses Misstrauen in neues Vertrauen verwandelt werden kann, wie unser krankes Gottesbild geheilt werden und neues Vertrauen wachsen kann. Das Thema des vierten Sonntags lautete: „Jesus - wo sich Himmel und Erde berühren“. Während wir uns in unserer Sehnsucht nach dem Himmel nach oben strecken, kommt mit Jesus Gottes Himmel auf die Erde herab. Er ist der zu uns „heruntergekommene“ Gott. Er schenkt uns den Himmel und befreit uns damit von allen himmelstürmenden religiösen Bemühungen, mit denen wir uns Gottes Güte selber verdienen wollen. Der Gottesdienst führte ins (reformatorische) Zentrum des Glaubens: Den Himmel gibt es gratis. Weil Jesus den Himmel verschenkt und so die Ordnung der Mächtigen durcheinanderbringt und den religiösen Geschäftemachern das Geschäft verdirbt, muss er sterben. Aber im Sterben Jesu hält Gott zugleich seine Liebe zu uns durch. Jesus stirbt für uns. Er erträgt im Schmerz seiner Liebe unser Misstrauen (= unsere Sünde), um es gerade durch seine Wunden zu heilen.
Am letzten Sonntag ging es um die Fragen: „Wer ist ein Christ? Wie wird man Christ?“ Zunächst wurden unterschiedliche Missverständnisse des Christseins dargestellt: Ein Christ ist, wer sich dafür hält; ein Christ ist, wer sich bemüht, anständig zu leben; ein Christ ist, wer an ein höheres Wesen glaubt; ein Christ ist, wer den Lehren der Kirche zustimmt; ein Christ ist, wer einer Kirche angehört. Es wurde gezeigt, dass Christsein nicht bei uns anfängt. Nicht unsere Entscheidung für Gott begründet das Christsein. Vielmehr kommt Gott uns zuvor – er hat sich für uns entschieden, zu uns „JA“ gesagt. Ausdruck dieses „JA“ Gottes zu uns ist die Taufe. Sie veranschaulicht: Gott hat uns in Christus zu seinen Söhnen und Töchtern erwählt. Seit der Taufe steht nun über unserem Leben die Frage, ob wir diese Wahl Gottes annehmen wollen. Die Einheit entfaltete, wie man auf Gottes JA (Taufe) sein kleines Amen (Glaube) sprechen und Jesus Christus das eigene "Lebenshaus" öffnen kann. Damit wurde die Antwort auf die Frage der Einheit gegeben: Ein Christ ist jemand, der auf Gottes großes „JA“ mit seinem kleinen „ja“ antwortet. Oder anders ausgedrückt: Ein Christ ist jemand, der die Herzenstür seines Lebenshauses für Jesus Christus öffnet und ihn in sein Leben einlässt. Am Ende des Gottesdienstes konnten diejenigen, Besucher, die wollten, ein „Türöffner-Gebet“ mitsprechen. Außerdem konnten die Teilnehmer ihren Namen auf einen Zettel schreiben und diesen im Altarraum unter ein großes Kreuz legen – als symbolischer Ausdruck: Ich lege mein Leben in Gottes Hand.
Es folgen 3 Vertiefungsabende für Interessierte Für Besucher, die sich noch etwas intensiver mit den angesprochenen Themen und Fragen beschäftigen wollen, werden drei Vertiefungsabende angeboten: am 15.11.; 22.11., 29.11. (jeweils Dienstag), 20:00 Uhr, im Evang. Gemeindehaus Öschelbronn. Dabei werden einzelne Themen noch einmal ausführlicher behandelt. Außerdem soll Raum sein für Fragen, die den Teilnehmern unter den Nägeln brennen. Beim Thema „Christ bleiben – wie gelingt das?“ geht es um praktische Anleitungen und Hilfsmittel zum Glauben. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen! Wer sich noch nicht auf der Teilnehmerliste am Ausgang der Kirche eingetragen hat, kann sich auch noch telefonisch im Pfarramt anmelden (Tel. 4290).
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